Die Klasse 5d entdeckt Kamerun mit „Europa macht Schule“
23/03/2026In den vergangenen Wochen nahm die Klasse 5d gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Richter an dem Programm „Europa macht Schule“ (EmS) unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier teil. Hierbei führen internationale Studierende Projekte zu ihren Heimatländern durch, wobei der Fokus immer auf Europa gerichtet ist. Das Ziel ist es, den Blick der Lernenden für Vielfalt und Diversität zu öffnen.
Im Mittelpunkt des Projektes der Klasse 5d stand die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus am Beispiel der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun. Herr Oba, Masterstudent an der Universität Göttingen, stellte den Schülerinnen und Schülern an drei Veranstaltungsterminen sein Heimatland Kamerun vor.



Kamerun, auch bekannt als „l’Afrique en miniature“ (Afrika im Kleinen), sei nicht nur landschaftlich ein Spiegelbild des gesamten Kontinents, sondern vereine auch eine beeindruckende kulturelle und sprachliche Vielfalt auf engstem Raum.
Herr Oba präsentierte der Klasse dabei eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten, die teils noch aus der Kolonialzeit stammten, wie bspw. das Präsidentenhaus in Buea und stellte die Hauptstadt Yaoundé vor. Um den Bogen zur Gegenwert zu schlagen, durften natürlich auch berühmte kamerunische Fußballspieler wie Samuel Eto’o, André Onana und Kylian Mbappé nicht fehlen. Durch den Mix aus geschichtlichen Einblicken und aktuellen Themen gewannen die Schülerinnen und Schüler einen authentischen und vielseitigen Eindruck des Landes.
Die persönliche Begegnung mit Herrn Oba erwies sich als besonders wertvoll, da viele Lernende hierdurch eine hohe Eigenmotivation und Neugier entwickelten. Die Klasse zeigte insgesamt ein beeindruckendes Engagement, was sich vor allem in zahlreichen, eigenen Fragestellungen und Gesprächsimpulsen widerspiegelte, wodurch die Projektinhalte flexibel an die Interessen der Lernenden angepasst werden konnten.

Im inhaltlichen Fokus stand hierbei die deutsche Kolonialgeschichte in Afrika und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit der Frage auseinander, welche Rolle Europa in der Geschichte Kameruns spielte und warum dort heute noch europäische Sprachen wie Französisch und Deutsch gelernt werden. Durch vielfältige Methoden, darunter Kartenarbeit, Bildanalysen sowie Filmausschnitte, konnten die Lernenden ihr Wissen nicht nur erweitern, sondern auch kritisch reflektieren. Besonders die Auseinandersetzung mit historischen Darstellungen und Quellen förderte ein erstes Verständnis dafür, dass Geschichte stets aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Gleichzeitig wurde der Blick bewusst auf aktuelle Fragen gelenkt: Wie begegnen wir einander respektvoll? Welche Bedeutung haben Sprache, Herkunft und Hautfarbe – und welche eben nicht?



Ein praktisches Highlight bildete die Vorstellung der traditionellen Technik des Stofffärbens. Jedes Kind erhielt im Anschluss die Möglichkeit ein eigenes T-Shirt zu batiken. Dabei konnten verschiedene Techniken ausprobiert werden, was für große Begeisterung sorgte.

Das Projekt leistete zudem einen wichtigen Beitrag zur Werteerziehung: Themen wie Vielfalt, Offenheit und Sprachsensibilität wurden dabei ganz selbstverständlich Teil des Unterrichts sowie des gemeinsamen Lernprozesses. Die Schülerinnen und Schüler lernten, eigene Vorstellungen zu hinterfragen und andere Perspektiven zu respektieren
