Interreligiös unterwegs: Ein Tag im Bibelhaus Erlebnis Museum Frankfurt

18/06/2026 Von Lorena Richter Aus

Am Donnerstag, den 11. Juni 2026 trafen sich die Schülerinnen und Schüler der Religionskurse unseres 6. Jahrgangs gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Probstmeyer, Frau Brantner und Herrn Radke sowie Frau Oikonomou und Frau Richter um 08:00 Uhr am Kasseler Hauptbahnhof. Unser Ziel: Das BibelhausErlebnisMuseum (BIMU) in Frankfurt am Main. Dank der Förderung durch das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen konnten wir diese lehrreiche, interreligiöse Exkursion kostenfrei realisieren, welche wir zukünftig gerne fest in unserem Fachbereich etablieren möchten.

Nach der Bahnfahrt von knapp 2,5 Stunden erreichten wir den Frankfurter Hauptbahnhof. Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Museum. Der ca. 20-minütige Spaziergang am Main entlang und über den imposanten Holbeinsteg bot beeindruckende Ausblicke. Die Skyline von Frankfurt, die viele unserer Lernenden zum ersten Mal aus der Nähe sahen, zog alle in ihren Bann und war ein beliebtes Motiv für zahlreiche Fotos, so auch unser Gruppenbild. 

Im Museum angekommen, teilten wir uns in drei Gruppen auf, um die verschiedenen Stationen des Bibelhauses zu erkunden. Diese bieten eine faszinierende Reise durch die Grundlagen der abrahamitischen Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam). 

Das Nomadenzelt: Dies war ein besonderes Highlight. Wir schlüpften in historische Gewänder, fühlten uns wie Abraham und Sara, als Gastgeberin und Gastgeber, und lauschten der authentischen Erzählung dieser Bibelgeschichte. Besonders einprägsam hierbei war das Mehlmahlen am Stein: Die körperliche Anstrengung dabei war für alle eine Überraschung – und ein Moment, in dem uns bewusst wurde, wie einfach und privilegiert doch der heutige Einkauf einer Tüte Mehl im Supermarkt ist. Darüber hinaus haben wir durch das Kennenlernen der verwandten Grußformeln „Schalom“ und „Salam aleikum“ die kulturelle Verbundenheit der Religionen spürbar erlebt. Zudem haben wir die zentrale Bedeutung Abrahams als gemeinsame Wurzel aller drei Schriftreligionen herausgearbeitet.

Jerusalem und seine Welt: Im größten Ausstellungsbereich gab es sehr viel zu entdecken. Wir stanzten Fisch-Symbole und setzten uns mit deren Bedeutung auseinander, probierten uns an koptischen, griechischen und arabischen Schriftzeichen und versuchten uns an der Arbeit mit Ton. Ein weiteres Highlight war das begehbare Holzboot, das ein Schiff zur Zeit Jesu auf dem See Genezareth nachbildet. Anhand von originalen Fundstücken und interaktiven Modellen lösten unsere Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Rätsel rund um das Leben, Pilgern und Feiern in Jerusalem. In einem abschließenden Rundgang wurden die Ergebnisse kurz präsentiert.

Buchdruck und Bibelübersetzung: Wir reisten zurück in die Zeit von Luther und Gutenberg. Alle Kinder durften selbst an einer nachgebauten Gutenberg-Presse tätig werden und einen Bibeltext in altdeutscher Handschrift drucken. Diese selbst gedruckten Exemplare durften wir als Andenken mitnehmen. Für die nächste Religionsstunde soll sich gemeinsam am Lesen versucht werden. 

Nach einer abschließenden Stärkung traten wir dann die Heimreise an. Zwar kamen wir aufgrund einer kleinen Verspätung erst um 17:45 Uhr erschöpft, aber um viele Eindrücke reicher, wieder am Kasseler Hauptbahnhof an. Der gesamte Workshop war sehr interaktiv und bot eine hervorragende Möglichkeit, an das bisherige Vorwissen zu den Schriftreligionen anzuknüpfen.